Der Moschee-Mohr

Kölner Moscheebau: Am Anfang waren die Schafe

Kölner Moscheebau: Am Anfang waren die Schafe

Städtebaulich, dass musste auch Paul Böhm wissen, war das Moschee-Projekt in Köln-Ehrenfeld immer ein Missgriff. Zu groß, verkehrstechnisch eine Katastrophe, unbeliebt in der Bevölkerung, eine einzige Dissonanz vor dem Hintergrund Kölner Geschichte und Traditonen.

Doch der Moschee-Architekt tat alles daran, die Zweifel an dieser türkisch-islamischen Machtdemonstration zu zerstreuen. Unterstützt wurde Böhm dabei durch einen lautstarken und alle Kritiker übertönenden Chor aus etablierten Kommunalpolitikern und ideologisierten Journalisten. Wer davon alles von gewissen Gegenleistungen der DITIB profitiert haben mag – wer weiß.

Für die DITIB passte Böhm als Aushängeschild hervorragend in ihr Konzept vom Tricksen, Täuschen, und Beschwichtigen. Sein Vater, ein bekannter Kirchenbaumeister – das nährte bei vielen Bürgerinnen und Bürgern den Glauben, über Böhms Architektur fänden Islam und Christentum zusammen.

Dr. Lale Akgün, die Sarrazin vom Rhein

Pro Köln eindrucksvoll bestätigt: Eine mutige SPD-Politikerin redet Klartext

Pro Köln eindrucksvoll bestätigt: Eine mutige SPD-Politikerin redet Klartext

Während der Bau der Kölner Großmoschee in einem immer größeren Desaster ausartet, rechnet ausgerechnet die türkischstämmige SPD-Politikerin Lale Akgün mit der Bauherrin der Moschee, der türkisch-islamischen DITIB, kräftig ab. Die ehemalige Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion findet deutliche Worte für die aus der Türkei gesteuerte Religionsbehörde, die die Öffentlichkeit seit Jahren austrickst und täuscht. Auch die islamisch-türkische Regierung wird von Akgün heftig kritisiert. Eine Zusammenfassung von Lales Thesen:

Mit dem Rechten sieht man besser

Büro-Leerstand im Schatten des Minaretts

Büro-Leerstand im Schatten des Minaretts

Kaum waren die Pläne für eine der größten Moscheen Europas im Kölner Stadtteil Ehrenfeld bekannt geworden, regneten blumige Worte, rosige Pläne und schleimige Versprechen aus dem Hauptquartier der Türkisch-Islamischen DITIB, dem CDU-Oberbürgermeister-Büro und dem DuMont Glaspalast auf die Kölnerinnen und Kölner herab. Die politische Zuckerwatte sollte all jenen Kritikern das Maul stopfen, die sich erdreistet hatten, gute Argumente gegen den orientalischen Beton-Bau vorzubringen; dessen Bauträgerin selbst in Deutschland von jedem ihrer Imame den Schwur auf die Türkei verlangt.

“Nicht mal hier trage ich Kopftuch”

“…es sei denn ich hab Besucher und wir besichtigen die Moschee in Abu Dhabi”. Aus einem Gespräch via Skype. Mit meiner ehemaligen Kölner Kommilitonin Sandra, die seit einigen Jahren in Dubai arbeitet. Die Ehrenfelder Großmoschee hat Sie noch nicht gesehen – aber schon viel darüber gehört.

“Die lachen uns hier deswegen aus…” stellt die Kölnerin in Dubai trocken fest. “Komm doch mal ´rüber. Hier hast Du Sonne, Meer und Palmen und weder Stadtanzeiger noch SPD…”

Koelnpost.net-Gespräch: “DITIB und CDU haben sich langfristig selbst geschadet”

Moschee im Schnee: "...über sie hinweg entschieden wurde - und wird."

Moschee im Schnee: "...über sie hinweg entschieden wurde - und wird."

Ein bekannter Kölner Architekt über den zunehmenden Widerstand gegen die städtebauliche Entwicklung von Köln und seine Bedenken zur Kölner Großmoschee.
Koelnpost.net: Herr Bregenz, in Deutschland gab es insbesondere im letzten Jahr Deutschlandweit viele Proteste für oder gegen Bauwerke. In Stuttgart geht es um den Neubau des Hauptbahnhofs. In Köln wurde heftig um den von der SPD geplanten Neubau des Schauspielhauses gestritten. Auch die große Moschee in Köln-Ehrenfeld sorgt weiterhin für Wirbel. Was halten Sie von diesen aufflammenden Diskussionen?
Bregenz: Ich kann sie gut nachvollziehen. Bauten prägen den Ort und seine Bewohner. Man kann sich manche Stadtteile ohne bestimmte Bauwerke nicht vorstellen. Ich selbst bin ein Fan alter Gebäude. Umso schlimmer empfinde ich die derzeitige Städtebauliche Entwicklung von Köln. Man hat den Eindruck, die Stadtspitze hat den Bezug zu dieser traditionsreichen und historischen Stadt völlig verloren. Was die SPD zur Zeit abliefert ist städtebaulich eine Katastrophe. Aber auch die CDU hat die Chance vertan, zu zeigen, dass sie es besser kann.
Koelnpost.net: Warum entwickelt sich der Widerstand gegen die Betonbau-Mentalität der Stadtspitze erst jetzt? Schon die CDU unter Schramma hat doch schon vor Jahren gezeigt, das sie nur noch Beton und Glas kann. Und die SPD hat sich zum Beispiel schon vor Jahrzehnten mit dem berüchtigten Reißbrett-Stadtteil Chorweiler ein historisches Negativ-Denkmal gesetzt.
Bregenz: Wahrscheinlich macht sich bei vielen Menschen in Köln erst jetzt bemerkbar, dass in dieser für die Identität der Stadt wichtigen Frage über sie hinweg entschieden wurde und – wird. Bauwerke mit denen ein Mensch aufwächst, werden zu einem wesentlichen Bestandteil seiner eigene Identität und Lebensgeschichte. Sein Leben ist in diesen Raum eingebettet.
Koelnpost.net: Auch zur Kölner Großmoschee in Köln-Ehrenfeld wurde die Bevölkerung nicht gefragt. Der Widerwillen gegen dieses Bauwerk ist groß. Und trotzdem verweigert sich die politische Elite einer offenen Diskussion. Kritiker werden in die rechtsextreme Ecke abgeschoben. Viele Bürger trauen sich nicht mehr, Ihre Kritik auszusprechen und ballen stattdessen leise die Faust in der Tasche.
Bregenz: Die Stadtspitze hat nicht begriffen, dass sie dabei ist, Heimaten zu zerstören. Es wird einfach am Reißbrett geplant. Baufirmen erhalten die Aufträge und dann wird drauflos gebaut. Das ist wohl dem Gedanken des Geldes verpflichtet. Tradition, Menschlichkeit und Nachhaltigkeit scheinen keine Rolle mehr zu spielen. Doch die Wünsche und Befindlichkeiten der Bevölkerung muss man respektieren. Mich hat das Verhalten der DITIB [die türkisch-islamische Bauherrin, Anmerk. der Redaktion] und der CDU sehr verwundert. Beide haben nicht begriffen, dass sie sich langfristig selbst geschadet haben. Die CDU verliert massiv an Stimmen bei ihren Stammwählern. Teile der Bevölkerung wählen verstärkt “Pro Köln”, eine Bewegung, die sich trotz jahrelanger Stigmatisierungsversuche durch die politische Kokurrenz und den Großteil der Kölner Medien erstaunlich gut hält. Wäre die CDU damals auf die Moschee-Kritiker ernsthaft eingegangen, stände sie heute viel besser da. Ich erinnere daran, wie Ralph Giordano im Kölner Stadtanzeiger 2007 den damaligen CDU-Politiker und Moscheebaukritiker Uckermann, der heute bei Pro Köln aktiv ist, öffentlich gelobt und bestärkt hat.
Koelnpost.net: Bauwerke sind mit Emotionen verbunden. Die Großmoschee in dem Stadtteil Ehrenfeld spaltet die Gesellschaft. Welche Auswirkungen sehen Sie?
Bregenz: Bauten sollen der Bevölkerung das Gefühl von Zugehörigket vermitteln. Dieses Gefühl gibt den Menschen Sicherheit und stärkt den Glauben an eine gute Zukunft. In Köln ist es genau umgekehrt. Zumindest ein großer Teil der Deutschen Bevölkerung wird mit der Moschee der DITIB für lange Zeit Befremden und Abneigung verbinden. Das die DITIB eine eigene PR-Mitarbeiterin engagiert hat, die dann in bezahlten Artikeln eines großen Anzeigenblatts die krude These verbreitet, die Moscheebaustelle hätte bei einigen Anwohner sogar deren Schlafstörungen gelindert, spricht Bände: DITIB und auch die Kölner Politik wissen zumindest insgeheim schon ganz genau, dass das Bauprojekt hinsichtlich seiner Außenwirkung gründlich schief gegangen ist. Hätte man die Sorgen und Kritik der Bevölkerung aufgegriffen – und auch umgesetzte, wäre die Moschee heute schon lange akzeptiert.
Koelnpost.net: Herr Bregenz, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Der Kölner Architekt ist seit 1978 in Köln selbständig und war an der Entwicklung mehrerer städtischer und privater Bauprojekte beteiligt. Aufgrund drohender Anfeindungen durch Politik und Medien haben wir uns entschieden, seinen Namen zu ändern.
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